Lost Places

Teil 6

Ausflugslokal Phantasie in Eisenach

Das Hauptgebäude der Phantasie wurde um 1850 errichtet. Der deutsche Nationalverein wurde 1859 in den Räumen gegründet. Von Ende des 19. Jahunderts bis in die 30er Jahre betrieb die Eisenacher Schützengilde das Ausflugslokal. Dann ging es in Privatbesitz über. In den 30er Jahren entstand der Anbau, der den großen Gastraum beinhaltete. 1935 wurde der Biergarten mit der beindruckenden Pergola überdacht. Die Nutzung des Hauptgebäudes endete in den 80er Jahren. Der Saal wurde noch bis zum Anfang der 90er Jahre genutzt. Danach verfiel das Gebäude stark.

Im Jahr 2015 erwarb ein Eisenacher Architekt das Anwesen und nimmt stückweise die gastronomische Nutzung der Phantasie wieder auf. Derzeit finden im restaurierten Biergarten wieder regelmäßig Veranstaltungen statt. Diese werden von den Eisenacher Gästen gut angenommen.

Auf den ersten Bildern ist der erwähnte Anbau mit dem Saal noch zu sehen. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich als Kind immer mit meiner Oma dort zum Kaffeekränzchen war. Die Bilder enstanden bereits im Jahr 2016.

Hier noch einige aktuelle Bilder. Hier ist der Anbau mit dem Saal bereits abgerissen.

Die Bilder wurden als Adox CHS 100 II bzw. Kodak BW 400 CN entwickelt.

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Teil 5

Bäckerei Kraft in Eisenach

Das Eckhaus Rennbahn 48, in dem sich die Bäckerei Kraft befand, wurde 1887 von dem Architekten Eduard Fischer gebaut. Anfang des 20. Jahrhunderts führte Bäckermeister Franke den Betrieb. 1947 übernahm Fritz Rost den Betrieb, musste ihn jedoch aus gesundheitlichen Gründen später wieder aufgeben. Im Jahr 1957 übernahm deshalb Bäckermeister Kraft die Bäckerei.

Ich kann mich noch erinnern, dass ich als Kind mit meinen Großeltern dort einkaufen war, und ich immer eine Tüte Anisplätzchen bekommen habe.

In der jüngeren Vergangenheit stand das Haus schon viele Jahre leer und verfiel. Im Januar 2017 erfolgte der Abriss.

 

Lost Places

Teil 4

Gaswerk Eisenach

Im Frühjahr 1898 begann der Bau einer neuen Gasanstalt im Westen von Eisenach. Im ersten Bauzustand erzeugten 5 Horizontal-Retortenöfen eine Tagesleistung von 5000 m³. 1901 wurden bereits über 1,5 Mio. m³ Stadtgas hergestellt. Die Einführung des „Kochgases“ im Jahr 1910 führte zu einer Erweiterung des Werkes auf die doppelte Leistung. Das Gaswerk existierte bis weit in die DDR-Zeit hinein und stellte erst 1982 seinen Betrieb ein. Bis 1990 wurde das Gelände durch den Kohlehandel als Ent- und Umladestation genutzt.

Der Boden des Werksgeländes ist stark mit Phenolen und aromatischen Kohlenwasserstoffen belastet. In diesem Jahr soll der Abriss der alten Hallen erfolgen.

Besonders beeindruckt war ich von dem alten Förderturm. Nicht nur, dass man eine tolle Aussicht über die Weststadt hat, sondern dass man auch noch die vorhandene Technik bewundern kann.

Lost Places

Teil 3

Kindertagesstätte am Gebräun in Eisenach

In den 80er Jahren entstand im Norden von Eisenach ein Neubaugebiet mit typischer sozialistischer Plattenbauweise. In Eisenach trägte es den Beinamen Kuhgehänge. Es gab eine ausgepägte Infrastruktur mit Kaufhalle, Polikinik, Schulen und Kindertagesstätten. Es wurden über 3500 Wohnungen für ca. 12.000 Menschen erbaut.

Nach der Wende war die Zahl der Bewohner in dem Wohngebiet stark rückläufig. Dies hatte auch zur Folge, dass der Kindergarten nicht mehr benötigt wurde. Nach vielen Jahren des Leerstandes erfolgte im Jahr 2017 der Abriß.

Der Rundgang im verlassenen Gebäude war ein wenig gespenstisch, man hatte den Eindruck, die Kinder wären nur mal kurz weg und könnten jeden Moment wiederkommen. Mit ein wenig Phantasie, konnte man sich gut vorstellen, was für ein Trubel hier mal geherrscht haben muss.

Inzwischen ist der Abriß vollständig erfolgt und auf der 8.660 qm gr0ßen Fläche sollen in Zukunft 32 Reihenhäuser entstehen.

 

Lost Places

Teil 2

VEB Backwaren Eisenach

Im Jahre 1963 startete hier die Großproduktion von Brot, Brötchen und Kuchen. Der Betrieb befand sich in Eisenach in der oberen Thälmannstraße. 1989 lieferte die Großbäckerei mehr als 150.000 Brötchen täglich aus, sogar bis in die Region Gotha. Der Betrieb hat die Wende nicht überlebt und seit Anfang der 90er Jahre stand das Objekt leer. Im Jahr 2017 erfolgte ein Teilabriss und es soll nun ein Gründer- und Inovationszentrum entsehen.

Lost Places

Teil 1

FER in Eisenach

Zunächst wünsche ich allen Lesern ein gesundes neues Jahr.

Heute möchte ich mit einer neuen Reihe zu einem meiner Lieblingsthemen Lost Places beginnen. Ich findes es spannend an verlassenen Orten auf Erkundungstour zu gehen und bin immer wieder von dem Charme des Verfalls und der Vergänglichkeit fasziniert.

Im heutigen ersten Teil möchte ich einige Bilder vom FER (Fahrzeugelektik Ruhla, Betriebsteil in Eisenach) zeigen. Das VEB Kombinat Fahrzeugelektrik Ruhla war der Serienausrüster der gesamten DDR Fahrzeugindustrie und beschäftigte im Jahr 1990 in allen Betriebsteilen insgesamt bis zu 11.000 Mitarbeiter. Mit Fall der Mauer wurden durch die Treuhand zahlreiche Betriebsteile liquidiert. Die Bilder entstanden im ehemaligen Werk II in Eisenach.

Ein Kurztrip nach Schweden

In den Herbstferien haben wir einen Kurzurlaub in Östersund gemacht. Leider war das Wetter nicht ganz so schön.

Östersund ist die Hauptstadt der Provinz Jämtland und zugleich die einzige Stadt in der Region. Vor der Stadtgründung 1786 war Fröson das Zentrum der Region. Der Storsjön ist der fünftgrößte See des Landes und beherbergt das bekannte Storsjöungeheuer.

Im Freilichtmuseum Jamtli erhält man einen Einblick in die Geschichte Jämtlands und sieht unter anderem die so typischen Schwedenhäuser.